CHI WARA oder Der Durst der Dinge – Eine Reise nach Mali

Februar 27, 2014

Herzlich Willkommen auf der Maliseite von Rolf A. Burkart

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CHI WARA oder DER Durst der Dinge

Eine Reise nach Mali

Ein Roman entsteht – work-in-progress von Rolf A. Burkart [seit 1999]

Der Titel „Chi Wara“ kommt aus der Sprache der Bamanan, – in Europa sagt man Bambara. Es ist die einflußreichste von dreizehn Ethnien, die in Mali (Westafrika) seit langer Zeit zusammenleben – friedlich. Das „Chi Wara“ ist Teil eines Inititiationsfestes, das von Frauen und Männern gleichberechtigt zu Beginn der Aussaat begangen wird. Das Symbol des Chi-Wara, eine stilisierte Antilope mit einem halbkreisförmigen Bogen auf dem Rücken, der an einen Jaguar erinnert, steht sowohl für die Mühen und die Unermüdlichkeit bei der Arbeit wie auch für Mut und Entschlossenheit.

Ein Griot, ein Erzähler, namens Adama Sanogo trifft sich jeden Tag in einem Ort auf dem Hochplateau von Bandiagara mit den Einwohnern und berichtet ihnen von einem „Toubab“, einem Weißen, der zum ersten Mal nach Afrika gefahren ist. Dieser Weiße hat sich mit dieser Reise einen Herzenswunsch erfüllt. Aber er weiß auch, daß es eine Reise zu seinen Ängsten, seinen Sehnsüchten, den Grenzen seiner kleinen Welt ist, die er doch als Maß aller Dinge nie akzeptieren wollte. Der Erzähler schildert wie dieser Toubab hilflos durch Dakar stolpert, in einer abenteuerlichen Bahnfahrt über 1600 Kilometer nach drei Tagen in Bamako, der Hauptstadt Malis eintrifft, wie er einige Tage bei einem Deutschprofessor wohnt und dann in Begleitung seines sophistischen Begleiters Seydou, ein arbeitsloser Englischlehrer, durchs Land reist. Es ist ein langsames, ruhiges Erzählen, das mehr den Regeln des gesprochenen Wortes als der geschriebenen Literatur gehorcht. Man könnte es auch als Niederschrift eines viele Tage dauernden Vortrags verstehen. Der Erzähler spricht von den Sitten, den Menschen, den Überlieferungen, dem Land und seinen Problemen,-  er wendet sich direkt an seine Zuhörer. Im Mittelpunkt steht aber der Versuch, „seinen Leuten“ diesen eigenartigen Weißen und die Veränderungen, die mit ihm geschehen nahezubringen. Die wichtigste Rolle dabei spielen Beobachtungen, Gespräche und die Begegnung mit Menschen, die dem Toubab mit unverhoffter Herzenswärme entgegenkommen. Er wohnt, ißt und schläft mit den Einheimischen, kommt zuletzt im Dogonland an, wo er, nach und nach entwöhnt, auch auf die letzten Vorzüge des Fortschritts zu verzichten lernt und ein angstfreier Mensch wird. Eben ein „freier Mann“ wie die Dogon. Er wird von einer Familie adoptiert und in die komplexe Mythologie dieses Volkes eingeweiht.

Nach und nach wird deutlich, daß dieser Adama Sanogo keine andere als seine Geschichte erzählt. Eine wenig spektakuläre, aber doch wundersame, eindringliche und einfühlsame Geschichte darüber wie man „im Leben zu Gast sein kann“.

 

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